Escalade-Fest 2014

Date(s) de l'évènement: 
12/12/2014 to 12/14/2014

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Erleben Sie die Höhepunkte dieses Ereignisses!

Vom Freitag, dem 12. bis Sonntag, dem 14. Dezember 2014

Einzelzimmer: CHF 375, -

Doppelzimmer: CHF 485, -

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Escalade in drei Phasen

Das Fest feiert die letzte Phase einer Reihe von Versuchen, die im Laufe des 16. Jahrhunderts vom Herzog von Savoyen unternommen wurden, sein altes Besitztum zurückzugewinnen und aus Genf seine Hauptstadt nördlich der Alpen zu machen. Die durch die Genfer Bürgerschaft verhinderte Erstürmung ihrer Stadtmauern ist das Symbol für ihre Freiheitsliebe. 

Erste Phase – Verhinderte Erstürmung der Stadtmauer

In der Nacht vom Samstag, dem 11. Dezember 1602 versuchte Karl Emanuel I, Herzog von Savoyen, die Stadt Genf durch einen Überraschungsangriff einzunehmen, trotz des Friedens, den er „geschworen und einen Eid geleistet“ hatte.
Nach einem Nachtmarsch von den Bornes-Alpen und La Roche-sur-Foron erreichte eine Truppe von mehr als zweitausend Mann zu Fuß oder zu Pferde das vor den Genfer Stadtmauern gelegene Feld des Plainpalais. In ihrer Ausrüstung befanden sich lange, aufsteckbare Elemente von ca. 1.70 m Länge mit einem Stückgewicht von ca. 8 kg, die sie vor Ort zu Leitern montierten und entlang der Stadtmauer aufstellten (über welcher im Laufe der Zeit Gebäude auf der Höhe der Rue de la Corraterie errichtet wurden).

Durch den Musketenschuss des Wachmanns Jaques Mercier, dessen Bruder François Bousezel während seiner Nachtwache als erster tödlich verwundet wurde, aus dem Schlaf gerissen, griffen die Genfer zu ihren Waffen und gingen gegen den Feind vor. Erst nach und nach wurde der allgemeine Alarm durch einen Laternenträger ausgelöst, gefolgt von einen Schuss vom Wachhaus am Münzamt und schließlich durch die Sturmglocke am Turm der Kathedrale St. Peter, in deren Geläut schon bald andere Glocken einstimmten.

Die gesamte Bevölkerung verteidigte die Stadt zusammen mit der Bürgerwehr und der Söldnergarde. Das berühmteste und noch erhaltene Symbol dieses Heldenmuts ist der Kochtopf, dessen Inhalt von heißer Suppe die Gemahlin von Pierre Royaume, Catherine Cheynel, mit dem liebevollen Beinamen „Mutter des Königreichs“, auf den Kopf eines Angreifers ergoss. Und die Dame Piaget warf den Schlüssel ihres Hauses herunter, damit die Genfer das Tor öffnen und dem Feind in den Rücken fallen konnten.
Die Angreifer planten das Neue Tor (durch den Petardenwerfer Picot) zu sprengen, um dem Hauptteil der Truppen den Durchgang zu ermöglichen. Dieses Vorhaben wurde jedoch vom Wachhabenden Isaac Mercier vereitelt, der geistesgegenwärtig das Fallgatter hinunterließ. Angesichts dieser Tatsache und im Bewusstsein, dass ihr Angriff vereitelt war, konnten es die herzoglichen Truppen kaum erwarten, um vor Tagesanbruch den Rückzug in ihre Lager anzutreten.

Zweite Phase - die Kirchen und der Galgen 

Am Sonntagmorgen begaben sich die Bürger von Genf in die Kirchen, um die göttliche Vorsehung ihrer Rettung zu preisen. Die Leitung dieses Gottesdienstes übernahmen Théodore de Bèze, erster Rektor der Akademie, und Simon Goulart, Pfarrer der Kirche Saint-Gervais. Auf Genfer Seite zählte man achtzehn Gefallene, deren Gebeine in der Kirche Saint-Gervais beigesetzt wurden. In den Straßen und in den Gräben der Stadtmauer wurden die sterblichen Überreste von vierundfünfzig Angreifern aufgefunden. Dreizehn Gefangene, die meisten von nobler Abstammung, werden abgeurteilt, als „Diebe und Räuber“ behandelt und dem Scharfrichter Tabezan übergeben, um noch gleichentags gehängt zu werden, weil man sie nicht hatte als Kombattanten anerkennen können, angesichts des Friedens, der vom Herzog „geschworen“ und auf welchen er „einen Eid geleistet“ geleistet hatte. 

Dritte Phase – der Frieden und dessen Auswirkung auf Europa

Im Sommer 1603 beendete der mit Hilfe der Beauftragten von fünf Schweizer Kantonen geschlossene Friedensvertrag von Saint-Julien-en-Genevois das Ende der wiederholten Versuche von Karl Emanuel, aus Genf seine Hauptstadt nördlich der Alpen zu machen. Die europäischen Königshöfe, insbesondere Heinrich IV. von Frankreich, der das Edikt von Nantes unterzeichnet hatte, und der Hof von England mit Elisabeth I., gefolgt von Jakob I., sowie der Kurfürst der Pfalz und der Herzog von Württemberg übten ihren Einfluss aus, damit dieser Frieden geschlossen werden konnte.

Der Einfluss des 1564 verstorbenen Reformators Johannes Calvin wurde durch die vereitelten Eroberungszüge von Karl Emanuel I. nicht untergraben. Die Escalade versinnbildlicht von dieser Zeit an den Freiheitswillen der Bürger von Genf und wird schon bald zum Feiertag ihrer Stadt und des Kantons Genf. 

Alles rund um die Escalade, 1602